Goebbels aus der Gruft herzt Baby Björn (Foto: WDR)

 

 

 

 

Alaaf! Helau! 

 

Wolle mer se rauslasse? Alle!! Broder nicht …

 

Von PETER BARTELS

 

Es ist vollbracht: Der Karneval ist vorbei. Jetzt nur noch Aschermittwoch. Ein paar Politiker-Reden. Schleim oder Schepper. Je nachdem. Wir werden auch das überleben. Wie die verlogenen Büttenreden der 3 tollen Tage. Alle in vorauseilender Selbstkritik: Auf dem linken Auge blind … Volle Knittelkraft  voraus auf’s rechte Auge. Am liebsten AfD: Joseph Goebbels aus Pappmaschee zeigt den Reichsdeutschen sein neuestes Baby: Björn Höcke in Pampers. Mer habe alle eroilosse - wolle mer se jetzt wieder rauslasse? Ja, alle. Nur Henryk M. Broder nicht …

 

Der Spaß an der Freud war schon immer eine ernste Sache in Deutschland. Am 5. Februar 1964 mußte Ernst Neger (heute correct: Ernst vom Dach) sein „Humba-Humba-Täterä“ in Mainz eine Stunde länger als geplant singen. Die Narren im Saal kriegten weder den Hals noch die Ohren voll vom singenden Dachdecker mit der Lederschürze. 89 Prozent, rund 30 Millionen Zuschauer. Nie gab es mehr. Freitag, 1.März 2019: Erbärmliche 22,7 Prozent, 5,81 Millionen. Gestern Abend „Gürzenich“ (gleich neben dem Dom): “Karneval in Köln 2019”: Nur 15,6 Prozent, 4,16 Millionen. Der ZDF-Krimi  hatte 1,33 Mio mehr. MEEDIA: „Nach der Tagesschau ging’s bergab…“ 

 

Kölle. Motto: „Uns Sproch es Heimat!“. An den Tischreihen, schmal wie zwei Kölschgläser (oder 1 Champagnerkübel), das „Who is Who“ von Macht und Klüngel: Politik und WDR. Innenminister „Quasimode“ Herbert Reul (66), CDU-Glöckner von „Notre Dom“. Er hatte von seinem Platz den ganzen Saal im Blick mit seinen Chamäleon-Äugis – das eine Richtung Bühne, das andere Richtung Ausgang. Innenminister eben, man weiß ja nie … Neben ihm NRW-MiniPrä Armin Laschet (58), grüner (sic) Uniformspencer, Orden noch und nöcher am Hals, Merkel-Ministrant, CDU-Büttenredner. Neben ihm seine ebenso mollige „Forst Lady“, kalauerte Guido Canz (47) in weinrotem Samt mit Weste los. 

 

Toternster Tollitäten-Humor … 

 

„Merkel und Macron in Aachen, da ist Mutti noch mal steil gegangen“… Zum Stöhnsong Mon Amour von Jane Birkin: „Mon Macron … Nur noch der neue Berliner Flughafen steht geschlossen hinter Merkel …“ Und Blondie entdeckte tatsächlich einen Bruder von Annegret Kramp-Karrenbauer, der „Walter“ heißt: Kati Karrenbauer … (Kameraschwenk: Der WDR-Intendant Tom Buhrow (60) mit Schlapphut wie vorher beim Rosenmontag im Sturm. Gut, das Menjoubärtchen war wohl vom Winde verweht) … Canz jedenfalls dämmerte, wie wohl Andrea Nahles das mit „auf die Fresse“ damals gemeint hatte: Ein Umfrage-„Black Friday“ nach dem anderen, die SPD kriegt voll auf die Fresse … 

 

Natürlich war für den Nachgeblondeten trotzdem „Alles besser als die AfD … lieber nachts allein durch den Wald“ … Und Diesel sind für ihn Autos mit Emissionshintergrund … Ausserdem: Sein Papa fand, dass wir bei der WM in Rußland doch noch gut abgeschnitten haben, denn „früher“ sind wir nicht mal bis Moskau gekommen … Uuund: Viele Männer hätten sich nach der Trennung von Helene Fischer auf Florian Silbereisen  gefreut, aber der Florian ist noch nicht soweit … Har! Har! Har!

 

Grau, Knitter, aber breitbeinig …

 

Die Bläck Fööss: Grau, Knitter, Jeanshemd verwaschen. Jeanhose leeres, aber breitbeinig.

Viel Glatze, sogar an der Trommel, aber ein junger Mann singt Willy Ostermann …  Dann Suffkopp Volker Weininger. Etwas „besoffener“ als vor drei Tagen in Düsseldorf (bekam im Gürzenich ja auch viel mehr  Bier in die Bütt). Er lallt:„Der Wein ist so gut, wie meine Frau - zum Kochen reicht es! …

Die Ehrengarde der Stadt Köln  in Grün mit Gold  und Dreispitz. OB Henriette Reker (62), das gefärbte Haar aus dem Gesicht getaftet, ganz ohne Armlänge „Abstand“ zum Glück nur kurz, trotzdem schrecklich … Ein knackig blondes Tanzmariechen im Rüschchenslip ließ den Alptraum verblassen … 

 

Die Paweias, tätowiert, Glatze am Akkordion … Immer wieder dazwischen der Elferrat,  4 hübsche Quoten: „Von Hetze, Alaaf“ … Hausmann Jürgen Beckers mit Schürze, aber aus  Oche: „Jemand klingelt an der Haustür, die Frau öffnet: Darf ich Ihnen mal meinen Kobold Zeigen? Die Frau: Komm rein, ich dachte schon, Sie wollten mir einen Staubsauger andrehen! … Das Pferd der Queen seufzt beim Anblick der 92jährigen Morningreiterin: Die ist schon auf meiner Omma geritten …

 

Urgestein Urmel Peter Brings (54) holt erstmal in vorauseilendem Gehorsam zum Tritt für Trump aus: „Der war nicht mal in der Schule, hält Belgien für eine schöne Stadt!“ Je nun, früh gealtertes Männlein: Mit 11,35 Mio Einwohner haben die Flamen und Vallonen ja wirklich nicht viel mehr als New York (8,6 Mio). Maacht nix: Der Peter stand oft knapp um „Pitter“: „Ich habe alles im Mund und in der Nase gehabt, gesehen, gerochen, geschmeckt.“ Seine Kumpels schleppten ihn wenigsten zu den Anonymen Alloholikern …

 

Cop und Arsch …

 

Klaus Rupprechts sein Affe Clausowilli  macht ein Quiz: „Polizei in England? Bobby! In USA? Cop! Mit Trump haben die Amis also  einen Cop und einen Arsch … Har! Har! Har!  „Kasalla“,  Turnübungen zum Rennsong „Hejooo“ … Der Elfer-Präsident  schwenkt eine kleine schwarze Piratenfahne …  Der Kameramann schwankt … schwenkt versehentlich hoch über die  Bühne, die Zuschauer daheim sehen, warum die Narren im Saal auch die beklopptesten Texte mitsingen: Rieselaufband, Textgröße für 4,8 Dioptrien … Rapp auf Kölsch Platt: „Stadt mit K …  lalalalala

 

Wieder der Präsident: Leev Fründe … Die „Blauen Jungs“ wären ohne die Blauen Mädcher mit der Affenschaukel nur dicke Bäuche im Matrosenhemdchen …  „Passend“ eingeblendet, der schwule Berliner US-Botschafter. Warum bei der Marine? Ach so … Humor ist eine ernste Sache beim WDR!! …  „Cat Ballous“. Immerhin verjüngten die Bengel den Methusalem-Average  auf Greisen-Niveau runter. Nur die Jecken im Saal bekamen Genickstarre vom Text ablesen … 

 

Schließlich Bernd Stelter (57), ganz in Schwarz (er hat wieder zugenommen):  „In Berlin steppt der Bär, aber nicht wegen Seehofääär… Der Notstand in Amerika heißt TRUMP … Mit Angela Merkel ist es doch eigentlich ganz gut gelaufen … Sie muß nur  Orban vor die Tür setzen … Trump ohne Pfand liefern … Sie hört auf und dieses Arschloch macht weiter … Dann stand da plötzlich AKK in der Hamburger  Merz-Zweckhalle … AKK ist kompetent, nur der  Name … Wie konnte dass denn passieren?  … Unser Standesbeamte hat doch damals auch gefragt …  Meine Frau heißt Rumpen, ich Stelter, natürlich hätten meine Kinder  Rumpelstilzchen geheißen   Eine (seine?) Frau fragt: Schatz, bin ich dicker geworden? Er: Nein, das Wohnzimmer ist eingelaufen … Auch ich seh nackig nicht mehr ganz so knackig aus …

 

Höhepunkt und Erlösung …

 

Der Präsident kündigt das Dreigestirn an, Höhepunkt und Erlösung.  Nicht ohne vorher alle und alles zu exkulpieren: „10 Monate im Jahr dürfen politische Besserwisser reden, wenigsten 2 Monate im Karneval einer wie  Bernd Stelter.“ … Dann noch schnell ein heiserer Hochtöner von „Querbeat“: „Met der Trumm Trumm Trumm … Met der Trumm Trumm Trumm … Met der Trumm Trumm Trum …Bes mer dich gefungen han“  … Das Laufband bringt Gottseidank den Text, alle können mitsingen ... Endlich „Jungfrau“ Katharina mit langen, blonden (sic) Zöpfen, „Bauer“ Markus mit Dreschpflegel, „PRINZ“ Mark I. mit Silberblick. Jeder singt. Irgendwie. 

 

Höhepunkt, die Höhner! Wie immer vorn, das Doubel von Horst Lichter (Bares für Rares), mit grauem Trödel-Bart: Henning Walter Krautmacher (61). Der Methusalem-Faktor steigt wieder im Saal … Schlußendlich die Tagesthemen: „Wie politisch inkorrekt darf Karneval sein …?“ fragt Ingo Zamperoni (45) und läßt jemanden im OFF losreimen …  Ein paar Stunden vorher hatte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in einer süddeutschen Bütt einen rausgehauen: 

 

Guckt euch doch mal die Männer von heute an. Wer war denn von euch vor kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen…“

 

Nach dem Rosenmontags-Orkan (6% Einschaltquote=930.000 Zuschauer), der bestellte „Shitstorm“ über Deutschland: „Bemitleidenswerte Minderheiten“ ... „Entspricht überhaupt nicht der europäischen Antidiskriminierungsrichtline … 

 

Herr, erlöse uns, laß Broder kommen. Bitteschön, hier ist er

 


Kommentare: 1
  • #1

    DR. Roland Quinten (Mittwoch, 06 März 2019 12:07)

    Ich empfinde die närrischen Tage und den Exhibitionismus der Politiker-Narren ähnlich ... mit einem Unterschied: Seit ein paar Jahren schaue ich mir diesen Schwachsinn nicht mehr an, weil man ja älter wird ... Herz, Kreislauf, Brechreiz usw. Allerdings hat die Verweigerungshaltung einen Nachteil: Ich kann am Aschermittwoch nicht so schöne Artikel über die lustigen Mitmenschen schreiben. Schade! Aber man muss sich entscheiden ...