Wer die BILD-Fantasie hat, mag sich ein Hakenkreuz in der Verrenkung von Gabalier zurecht rappen 

 

 

 

 

Nazi-Rapp in Lederhosen

 

„Heil Andreas!“ Gabalier tanzt das Hakenkreuz …

 

 PETER BARTELS 

 

Der Quatsch wird immer quätscher bis er quietscht: Keiner  rockt die Lederhosen so schön wie  Andreas Gabalier (34). Weil er angeblich das Hakenkreuz rappte, soll er den Bayerischen Valentin-Orden NICHT bekommen…

 

Was tut man nicht alles für einen Titel. Oder eine Schlagzeile! Die „Spiegelbarone“ lügen, bis der Missisippi sein Bett um 600 Kilometer verlegt … BILD hechelt bis die Augen tränen: „Hakenkreuz-Streit um Gabalier!“. Das „Verbrechen“ des sympatischen Österreichers ,5 MillionenTonträger, Tausende bei den Konzerten? Er tanzt, Neudeutsch „rappt“ auf seinem Plattencover „Volks Rock’n Roller“ angeblich ein Hakenkreuz: 

 

Rechtes Bein angewinkelt am Boden … linkes Bein angewinkelt erhoben … den rechten Arm angewinkelt nach vorn, in der Hand seine Quetschkommode … den linken Arm angewinkelt nach hinten ... Alles zusammen, den Goldenen Schnitt großzügigst  zu Hilfe geblinzelt, ein Hauch von Hakenkreuz. Keuch! Keuch!! Nazi-Rapp also. Was jeder türkische, schwarze oder weisse Rapper seit Jahren jedes Wochende in der Einkaufspassage im Dutzend hindreht. Har! Har! Heil Hitler!

 

Aber BILD raunt teutonisch im dunklen Tann: „Schwere Vorwürfe gegen Volksmusik-Star Andreas Gabalier („Hulapalu“)! Am Samstag soll der Österreicher mit dem renommierten Karl-Valentin-Orden in München ausgezeichnet werden.“ … Dann, offenbar angeekelt, die seriöse Begründung: Er bringe volkstümliche Musik mit Stadionrock zusammen und sei wie Komiker Karl Valentin (1882–1948) ein „Volkssänger“. 

 

Da kann man doch nur noch schnappatmen: „Eine Entscheidung, die bei den Valentin-Erben für ordentlich Empörung sorgt. Testamentsvollstrecker und Erben-Vertreter Gunter Fette (77) zu BILD: „Es ist nicht tolerierbar, dass Karl Valentin mit den rechtspopulistischen, frauenfeindlichen und homophoben Tendenzen von Herrn Gabalier in Verbindung gebracht wird.“ 

 

Und damit auch der letzte SPD-Antifa aus der bayerischen Gruft (6%) gelockt wird, zerren die BILD-Schreiber S.Berning und M.Pittelkau, eine Sabine Rinberger, ihres Zeichens Direktorin des „Valentin-Karlstadt-Musäums“, ans suggestive Telefon. Und die findet so eine Ehrung natürlich folgsam (ohne es zu sagen) bedenklich (BILD). Immerhinque sagt sie selbst: „Den Orden bekommt Gabalier für das Lied ,A Meinung haben‘. Der Songtext besitzt einen Sprachduktus, den man rechtspopulistisch interpretieren kann.“

 

Jawoll ja! Schließlich war sogar Hitler ein „Demokrat“, weil die NSDAP 1933 von 43,9 Prozent der Deutschen gewählt wurde ... Und so gehen die beiden BILD-Redakteure gnadenlos investigativ der Wahrheit auf den Grund; schließlich hat Mark Pittelkau schon mal den vergreisten Erich Honecker in Chile aufs Kreuz gelegt (!!): In dem Songtex „ heißt es unter anderem: „Was ist das bloß? Wo kommt das her? Neue Zeit, neues Land? Wo führt das hin? Wie kann das sein, dass ein paar Leute glauben zu wissen, was ein Land so will? Ist das der Sinn einer Demokratie? Dass einer was sagt und die andern sind still?“

 

Und heidewitzka, mein Führer, BILD subsumiert „weitere Vorwürfe“:

 

  • Auf dem Album-Cover von „Volks Rock’n Roller“ (2011) soll die Pose des Musikers laut Kritikern einem Hakenkreuz ähneln.

 

  • 2014 sang Gabalier die österreichische Bundeshymne in der alten Variante, in der nur die „großen Söhne“, nicht aber die Töchter des Landes vorkommen. Der Vorwurf: Frauenfeindlichkeit!

 

  • Auch Homophobie lastet man dem Erfolgssänger an. Bei den „Amadeus Awards“ 2015 wurde er („Bester Live-Act“) ausgezeichnet, sagte in seiner Rede: „Man hat‘s nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht.“ Im Saal wurde er ausgebuht.

 

Adolf, Du warst zwar auch Österreicher, aber sooo deppert, wie die beiden BILD-Pfeifen warst selbst Du Massenmörder nicht … Verklemmt, klemmen sie die eigentliche BILD-Wahrheit zwischen zwei Klammern: Platte und Cover sind von 2011!! BILD hat die Hitler-Schlagzeile von heute also seit 8 Jahren verpennt. Wahrscheinlich, weil sich erst jetzt  irgendein „Nikolaus Schäl“ das Uralt-Cover ausgegrübelt hat ... Der Rest ist in so einem Fall wie immer „Investigation“. Oder Relotius. Oder beides … Die Gender-Hymne? Der erste Nazi war der liebe Gott, als er „Adam first“ schuf … Manderl und Weiberl? Was kann der Lederhosel-Held dafür, dass ihn die Schwulen lieben, also buhen, wenn er sich als hetero outet? 

 

Aber damit’s nicht gar so verlogenen wirkt, wird auch einer zitiert, „der Gabalier verteidigt - der österreichische Vize-Kanzler Hans-Christian Strache (49) von der rechtspopulistischen (!!) FPÖ (PI-NEWS: Österreichs AfD). Er schreibt auf Facebook: „Allmählich zweifelt man am Verstand, aber nicht an dem von Herrn Gabalier. Das ist schon pathologischer Hass gegenüber andersdenkenden Kunstschaffenden…“

 

Sogar Gabalier selbst darf „zu den schweren Anschuldigungen“ (!!) was sagen: „Wenn sich Einzelne aufregen … dann juckt mich das nicht. Man hat mir gesagt, dass es bei allen meinen Ordens-Vorgängern Wirbel gegeben hätte, weil manche Kritiker meinten, gewisse Preisträger verdienten diesen Orden nicht.“ Und: „Ich bin wohl einigen zu bodenständig, aber das werde ich ganz sicher ändern.“

 

Sogar Alt-Rock-‚n’-Roller Peter Kraus (79) der Cabalier den Orden überreichen wird, darf den Hakenkreuzler „in Schutz“ nehmen: „Ich kenne Andreas als einen netten, höflichen und respektvollen Kollegen.“ Schlimmer noch, BILD knirscht: „Auch der Veranstalter (Münchener Faschingsverein Narrhalla) steht zum Ordensträger. Eine Sprecherin: „Die Veranstaltung wird wie geplant stattfinden.“

 

Der Hakenkreuz-Rapper bekam seinen Orden. Sogar die Glotze der Merkel-Meute war dabei, berichtete wohlwollend … Heil, Andreas!!

 


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