Wessi vs. Ossi

AfD-Politiker jubeln nach dem Sieg in Sachsen, hier Dresden: Beatrix von Storch (mit Brexit-Boris Johnson verwandt), Jörg Urban, Jörg Meuten. BILD: Dürfen Wessis sauer sein?

 

 

 

 

 

 

 

 

AfD-Hammer im Osten -

BILD-Beben in der Birne

 

 

Von PETER BARTELS

 

Bei BILD hatten sie nach dem AfD-Siegen im Osten eine Idee. Neiiin, nicht, wie das Blatt vielleicht doch noch gerettet werden könnte, dass sie linientreu von über 5 auf unter 1 Mio gemeuchelt haben. Nuuur, wie die letzten Leser im Westen noch mal richtig verarscht werden können. Im Osten gibt’s ja so gut wie keine mehr. Die allerletzten sind  allesamt importierte Wessis …

 

Die grandiose Idee: „Wahlbeben im Osten! Dürfen die Wessis sauer sein?“ Dann:

„In Sachsen liegt die AfD nur knapp unter der 30-Prozent-Marke. In Brandenburg weit über 20 Prozent. Werte von denen die AfD im Westen nur träumen kann.

Darf man im Westen … sauer sein, wenn im Osten zwei Bundesländer die AfD fast zur stärksten Partei machen?“

 

  • Nikolaus  WESSI Blome (55): „Das denkt man im Westen“
  • Christian OSSI Langbehn (36): „Das denkt man im Osten“

 

Wessi Blome first … 

 

Eine AfD, die gegen alles Fremde und „den Westen“ Stimmung macht, die mit Putin flirtet – und Deutschland mit der DDR gleichsetzt …? Ja, liebe „Ossis“, da darf man sauer sein.“ … So beginnt Schäl Blome, geliebter Backpfeifen-August  (Staats-TV PHOENIX) von „Tünnes“ Jakob, dem Kuckuckskind von Rudolf Augstein. Dann schleimt Männeken Pieps: 

 

„Dankbarkeit gibt es nicht in der Politik … Warum eigentlich nicht? Die Wiedervereinigung hat Freiheit, Rechtsstaat, D-Mark und Umweltschutz in die kaputte DDR gebracht … Billionen … Gerade erst wurden neun Milliarden Euro für den Ausstieg aus der Braunkohle beschlossen ... Deshalb muss niemand auf offener Straße dauernd „danke, danke“ rufen. Aber eine Partei wählen, die das alles verlacht und verleugnet, das muss auch nicht sein … Eine Partei, die mit Neonazis mehr als nur kokettiert …“

 

Wut ist stärker als Scham…

 

Gelügelt bis gelogen? BILD-Banause Blome kann’s noch linientreuer: „Dass die Wut so vieler Bürgern stärker ist als die Scham, so eine Partei zu wählen, das ist rational nicht zu erklären: Die Arbeitslosigkeit im Osten ist nahe an West-Niveau. Löhne und Renten steigen …“  Und dann greint er: „Verzicht auf … Handynetz, Busverkehr, Polizeidienststellen, Bäckerei … gibt’s auch in Westdeutschland – sie wählen nur bei Weitem nicht so stark und flächendeckend AfD. Warum, zum Teufel … in Scharen eine Partei, die Andersdenkenden, Andersartigen jeden Respekt verweigert ... Das erklär mir mal einer.“

 

Das Kerlchen listet tatsächlich ein paar Gründe auf, warum der Osten nicht GRÜN wählt, warum er rot sieht, wenn er an den Westen denkt, Blau, AfD, wählt. Und  verschweigt natürlich in vorauseilendem Gehorsam weiter die wahren Gründe: Der Ossi will Deutscher in Deutschland bleiben; schließlich hat er 40 Jahre nicht nur auf Bananen gewartet …  Der Ossis will Vater, Mutter und Kind… Der Ossi will weder Röckchen tragen, noch Moslem werden. Der Ossi will lieber seine braune Kohle, weil die auch dann wärmt, wenn die grüne Sonne nicht scheint … Der Ossi will seine Wälder nicht für die 150 Meter hohen Vogel-Massenmörder der grünroten Öko-Götzen abholzen lassen, wie die Wessis  Grimms Märchenwald … 

 

Ossi Langbehn second …

 

 BILD hat auch Ossis in der Redaktion, Christian Langbehn zum Beispiel. Hoffnung auf wahre Wahrheit? Vergeßt es. Wie die Blockwarte befehlen, knallt er gehorsam die Hacken zusammen : „Ja, man darf sauer sein! Für mich ist und bleibt die AfD eine unwählbare Rechtsaußen-Partei … Das einzig Positive, was ich dem Teilerfolg dieser Populisten am Wochenende entnehmen kann: dass der Blick Richtung Osten endlich wieder geschärft ist.“  Dann bedankt er sich für die kürzliche Beförderung, indem er prompt weiß und gehorsamst, wie gewünscht begründet, warum die Ossis angeblich AfD wählen: 

 

„Für einen Großteil  war es schon immer „nur“ ein Ruf an die Parteien: Nehmt uns nicht als Bittsteller, nicht als Hilfesuchende wahr, sondern als Deutsche. Soli? Ich zahle ihn ja auch. Und gern. Das „Gefühl“ vieler Ossis, das er anmahnt, klingt nach SED-LINKE: Abgehängt, überrumpelt … Mit der Wende für Wessis haben sich (nur) die Postleitzahlen geändert, der Osten brach wie ein Kartenhaus zusammen.“

 

 Dass der SED-Staat ein Kartenhaus w a r, könnte Langbehn heute kurz in der Neuen Zürcher Zeitung nachlesen. Aber das Bübchen, das bei der Wende 6 Jahre alt war, verfälscht lieber seine Helden-Biografie, wie Pastoren, die Präsidenten wurden, je nun; „WIR ( er schreibt „wir“!!) sind damals auf die Strasse gegangen, um für Freiheit zu kämpfen. Reisefreiheit. Pressefreiheit. Meinungsfreiheit („wir“, also er, war 6 !!)“

 

Wessi-Wagner widerspricht Wurzel-Ossi

 

Er merkt nicht mal, dass er genauso lügt, wie einst BILD-Totengräber Kai Diekmann, der ins Blatt diktierte, dass die Hunderttausenden strammen, jungen Männer, die er mit Merkel ins grenzenlose Germoney lockte,  Ärzte, Ingenieure und Facharbeiter seien, die unsere Rente verdienen würden. Sie „arbeiteten“ dann nur zu Silvester am Kölner Dom, heute täglich und öfter im Park … 

 

Aber Ex-Ossi Langbehn weiß, wenn auch nur gefühlsmäßig, dass viele Ostbürger sich als Bürger zweiter Klasse fühlen.  Natürlich n i c h t , weil sie, wie Merkels Gäste vom Gehalt, bis zur Wohnung, zum bezahlten Heimaturlaub alles geliefert bekommen. Sondern nur, weil sie AfD wählen: „Was nützen da die sanierten Sehenswürdigkeiten in den Städten, wenn man auf dem Land keine Arbeit findet? …“ Der geborene Besserwessi Wagner widerspricht dem  Meldeamt-Wessi mit Ossi-Wurzeln unter rührseligen Grappa-Tränen: „Unser schönes Ostdeutschland, mit seinen Seen, Flüssen, seinen Gebirgen, seinen prunkvollen Schlössern ist ein Kulturerbe. Kein AfD-Erbe.“

 

Zum Glück ist bei BILD noch ein anderer, offenbar unbeugsamer Ossi mit gesundem Menschenverstand (er war 24 bei der Wende): Ralf Schuler. Er hält heute in BILD  die Grabrede auf die SPD (Sachsen 7,7 %): „Große Gaudi zum kleinen Preis: Die SPD hört die Signale – aber längst nicht mehr die der wegbleibenden Wähler … Die Roadshow zum SPD-Vorsitzenden … klingt bedrohlich nach „letztem Gefecht“, von dem in der „Internationalen“ die Rede ist. Allerdings in eigener Sache.“

 

Immer weiter unverdrossen, Genossen … Die FDP ist schon weg … die SPD so gut wie … Und BILD bemüht  für sich selbst die letzten Sprossen…

 

Als nächstes ist Thüringen dran …AfD, weiter, ran!!

 

 

Mit dieser Schlagzeile "beglückte" BILD seine Rest-Leser in Ost und West...