Bums Boris

Boris Johnson, der Mann, der England von der EU befreien wird. Mit der Queen verwandt, mit Beatrix von Storch (AfD), sogar mit Albert Einstein. Natürlich heulen die EU-nuchen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mr. Brexit, 

Gordischer Knoten 

und Excalibur

 

Von GABY RÖHR

 

Ein strohfarbener Mopp vom Winde verweht sitzt in Londons Downing Street No. 10. Boris Johnson (55), Parteivorsitzender der englischen Konservativen und Englands neuer Premierminister. Die exzentrische Haartracht sein Markenzeichen, seine Geheimwaffe, sein Wiedererkennungseffekt. Für die einen albern, lächerlich, dümmlich, für die anderen ein Spiegel seines unkonventionellen Denkens und seiner non-konformen Persönlichkeit, auf die man politisch große Hoffnungen setzt ... 

 

Johnson zelebriert diesen Stil, zerwuschelt die Mähne vor Reden ganz bewusst. Er weiß um den einprägenden Effekt. Es macht ihn unvergesslich. Ein visueller Ohrwurm: Geboren 1964 in New York als Sproß einer großbürgerlichen britischen Familie, ist Alexander Boris de Pfeffel Johnson mit dem gesamten Hochadel Europas irgendwie über paar Ecken verwandt. Er ist Großneffe 6. Grades sowohl von Königin Elisabeth II als auch von Prinz Philip. Zu seiner Adelsverwandtschaft gehört ebenfalls die AfD-Politikerin Beatrix von Storch als Cousine 5. Grades. Württemberg, Norwegen, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Schweden, Monaco… bis in die Türkei reichen seine Wurzeln, selbst zu Albert Schweitzer. Und ein Mumienfund in Basel wurde als seine Ur-ur-ur-ur-ur-ur-ur-Oma identifiziert.

 

Ein illustrer Kerl dieser Boris Johnson. Bemerkenswert auch sein Ausbildungs- und beruflicher Werdegang. Ganz klassisch Elite-Schüler im englischen Eton, dann Studium der Altertumswissenschaften an der Universität Oxford mit Abschluss Master of Arts. Erfolgreicher Journalist, Korrespondent in Brüssel, Herausgeber des konservativen Wochenblattes The Spectator. Ab 2001 Parlamentsabgeordneter, von 2008 bis 2016 beliebter und volksnaher, Rad fahrender Bürgermeister von London. Jetzt Premierminister des Vereinigten Königreiches.

 

Hauptsache raus 

 

Ein Blondschopf mit vorbildlicher Vita! Wenn, ja wenn da nicht die Frauen wären. Aktuell ist Boris Johnson nach gescheiterter zweiter Ehe der erste Premierminister mit „First Girlfriend“. Als unverheiratetes Premier-Paar (gab es nie zuvor!) wohnt er zusammen mit der 31-jährigen (24 Jahre jüngeren) Carrie Symonds in der Downing Street.  BoJo hat eine Schwäche für schöne, kluge Frauen… schon immer! Und schöne, kluge Frauen offensichtlich für ihn… Legendär sind seine zahlreichen außerehelichen Affären, die seine beiden Ehen scheitern ließen. Englands Boulevardpresse nennt ihn denn auch flapsig „Bonking Boris“, den Bums-Boris. Und doch oder auch deswegen (who knows?) ist Boris Johnson laut YouGov der beliebteste (!) konservative Politiker im Vereinigten Königreich.

Jetzt muss Premier Johnson liefern, was er versprochen hat. Und er wird liefern! Er wird den Volksentscheid, die EU zu verlassen, zum 31. Oktober umsetzen. Brexit - mit oder ohne Deal. Egal, Hauptsache raus!

 

„Wenn wir das EU System verlassen, befreien wir uns von einer Menge unnötiger Regelungen, die unser Land behindern. Wir können unsere eigenen Prioritäten setzen, unsere eigenen Gesetze machen und unsere eigene Steuerpolitik entsprechend der Notwendigkeiten unseres Landes!“ So Boris Johnson. UK wäre das erste Land, das die EU verlässt. Und wenn es ein Land schafft, dann auch andere. Länder, die es leid sind, dass ihnen Brüssel von der optimalen Gurkenkrümmung bis zum afrikanischen Sofortrentner alles überstülpen will. Dominoeffekt. Dahinschwinden der EU - vollalimentierte Pöstchen fallen weg. Der Obergau für ehemals von ihren Ländern als unbrauchbar nach Brüssel Entsorgte!

 

Deal or no Deal

 

Johnson weiter „Wir werden bereit sein, am 31.Oktober herauszugehen. Deal or no deal. Natürlich zeigen unsere Freunde und Partner auf der anderen Seite des Kanals momentan ein wenig Widerwillen, ihre Position zu ändern. Ich bin zuversichtlich, sie werden es tun. Aber in der Zwischenzeit werden wir uns auf einen No deal Brexit vorbereiten. Ich will einen Deal. Wir sind bereit, mit unseren Freunden und Partnern einen Deal zu bekommen. Aber wenn man einen guten Deal für UK will, muss man gleichzeitig bereit sein, ohne herauszugehen“.

 

Stinkefinger für das EU-Diktat. Deal ja gerne, aber nur wenn gut für uns Briten. Sonst adios Amigos… wir schaffen das…gell Angela?! Nicht nur Großbritannien hat was zu verlieren. Uuund Briten wollen Briten sein, vergesst das nicht!

 

Johnsons geschickter Schachzug - die Prorogation (Aufschub),  die Vertagung des Parlaments. Ein normaler Vorgang in jedem Herbst. Auf sein Betreiben genehmigte die Queen jedoch eine längere Periode der Aussetzung. „Undemokratisch“,  „Zwangspause“, „Betrug“ ! Empörtes Protest-Geheule bei linken Haltungs-Gazetten und  EU-Profiteuren. Aber laut Yougov  hatte das Parlament bereits eine Vertagung vom 12. September bis 9. Oktober eingeplant, um parteiinterne Arbeit und Konferenzen zu ermöglichen. Und Johnsons Verlängerung läuft bis zum 14. Oktober. Fünf Tage länger! Okay, jeder Tag zählt. Politische Manöver der Opposition, Johnson´s Brexit-Pläne zu stoppen, werden so limitiert. 

 

Drei verlaberte Jahre

 

Johnson in einem Interview mit der „Sunday Times“: „Das Parlament hatte drei ganze Jahre Zeit für Streitgespräche in dieser Angelegenheit (Brexit), ohne sie erfolgreich zu lösen.“ UndIch befürchte, je mehr unsere Freunde und Partner denken, der Brexit könnte gestoppt werden durch unser Parlament, umso weniger sind sie geneigt uns den Deal zu geben, den wir brauchen.“ 

 

Seine Aktion der verlängerten Vertagung des Parlaments stärke die Verhandlungsposition gegenüber der EU. Und im Übrigen: Niemand wird ernsthaft annehmen, dass das Parlament irgendeinen Fortschritt hinsichtlich eines geordneten Brexits erreichen würde, gäbe es die Vertagung nicht. Johnson bringt dem Land nach drei langen Jahren nervigem Brexit Hin und Her Klarheit. Endlich ein Schlussstrich unter dem unseligen Brexit-Theater! 

 

Als Alexander der Große vor dem Streitwagen des phrygischen Königs Gordios stand, den legendären, unauflösbaren Knoten sah, der kunstvoll die Seile aus dem Bast der Kornelkirsche verknotete, die Wagendeichsel und Zugjoch untrennbar verbanden, zog er sein Schwert und haute ihn einfach durch: Sssso … feddisch … guckst Du … 

 

Boris Johnson hat Excalibur aus dem Felsen gezogen, das legendäre Schwert von König Artus. Die Queen hat genickt. Der Sage nach sogar gelächelt …

 

 

Der junge (55) und der alte (73) Zausel: Boris Johnson und Donald Trump. Sie haben offenbar nicht nur den selben Friseur, Name: " Wind of Change", sie mögen sich auch noch...