Olaf Scholz

Olaf Scholz, Anne Will, Hintergrund Klara aus der Kiste,mögliche Co-Sozi-Chefin...(Foto: ARD)

 

 

 

 

 

Sozi-Mortale

 

Von PETER BARTELS

 

Sommer, Sonne, Schabadabaduuu …?? Fred Feuerstein, dein ins Deutsche verballhornter Jubelschrei, traf auf Anne Will nicht zu. Entweder war sie im Urlaub nicht weit genug weg, oder sie hatte das übliche Sozialisten-Sodbrennen. Sogar Josef Nyary, der vorletzte Kritiker der Journaille vom Gesunden Menschenverstand, seufzte am Schluß: „Immer wieder grobe Verstöße der Talkmasterin gegen das öffentlich-rechtliche Fairnessgebot…“  

 

 

Je nun, Jupp, Olaf Scholz (61) hat es der Dame auch leicht gemacht: Streit um Soli-Abschaffung - für wen zahlt sich das aus?“ fragte Anne Will (53) in der ersten Sendung nach der Sommerpause. Der BILD-Kritiker: „In Wirklichkeit will sie vor allem wissen: Ist der überraschende Salto des Finanzministers, nun also doch als Parteichef zu kandidieren, wirklich sein ureigenster Wille - oder wurde er vom SPD-Establishment umgebogen?“

 

Mal davon abgesehen, dass der Salto, der ein klassischer Sozi-Mortale war, den Zuschauer nur interessiert, wie der hinlänglich bemühte Sack Reis, der zuweilen in China umfällt – die immer pferdegesichtiger welkende ARD-Gouvernante konnte mal wieder beweisen, wie bar jedweder Ahnung einer Talk-„Show“ sie ist. Aber linientreu. Nachdem der Hamburger Zitronenjetterich eine gefühlte Ewigkeit gelabert, gebettelt und gelügelt hatte, warum er kürzlich den SPD-Vorsitz kategorisch wg. „Abbeit“ als Merkels Finanzminister ausschliessen mußte, salbaderte er Sonntag Abend, warum er ihn nun doch mit Freuden annehmen werde: 

 

Und keiner lachte ein einziges „Lach“

  • Was man mit der SPD gemacht hat, kann ich nicht mehr ertragen …
  • Ich möchte nicht mitansehen, dass mit der SPD so umgegangen wird …
  • Ich würde es mir niemals verzeihen, wenn ich das jetzt nicht getan hätte …
  • Ohne die SPD wäre Deutschland nicht so, wie wir es gerne haben …
  • Ich will dazu beitragen, dass die Populisten wieder schwächer werden …  
  • Ich möchte, wenn ich diesen Auftrag habe, es auch sehr gut machen …
  • Außerdem hat sich was geändert – die  „mannweibliche Doppelkandidatur“ (Nyary). Co-Bewerberin Klara Gallwitz ist eine „tolle, starke Frau“…

 

Die betreuten Zuschauer im Studio verkniffen sich das Lachen, die ARD-Gouvernante zog einen Flunsch: „Sind das wirklich die einzigen Gründe?“ Um dann wie Hilde Benjamin in ihren berüchtigten DDR-Schauprozessen dem Angeklagten, hier SPD-Onkel Olaf, in den Schritt zu treten: „Oder war die ominöse Telefonkonferenz der Grund, in der Sie Thorsten Schäfer-Gümbel, Manu Dreyer und Manuela Schwesig gesagt haben sollen, Sie stünden bereit, ‚wenn ihr das wollt … Womit Sie jetzt in Verdacht wären, ein Kandidat des Vorstands sein …“ 

 

Treue-Eid oder Journalisten-Jauche?

 

Selbst wenn, na und?? Ob Treue-Eid der trostlosen SPD-Troika oder Journalisten-Jauche – diese Erbsenzählerei war etwa so wichtig, wie eine Rikscha voller Reis-Säcke. Was den (Haare nicht mehr ganz so schön) Christian Lindner (40) sarkasteln ließ: „Frau Will, ich finde, wir könnten jetzt zu den Inhalten kommen … fragen, wie Herr Scholz die SPD verändern will!“ 

 

Und die betreuten Zuschauer kurz weckte: Applaus! Applaus! Der Talkmasterin aber ließ es augenscheinlich die Make up-Maske verrutschen- Also Rache ist Mustopf, hier Leip’sch einundleip’sch: „Ich sage nur Jamaika-Koalition“. Der neuerdings unrasierte FDP-Chef (wird er alt?) versenkt die dämliche Steilvorlage von Anne Will denn auch volley: „Die Liberalen sind damals ja gerade nicht wegen eines Sinneswechsels ausgestiegen, sondern weil sie ihren Prinzipien treu bleiben wollten!“

 

Dann aber die Arbeiter- und Bauernpartei SED, heute LINKE genannt. Klassenkampf: „Katja Kipping (41) lässt die Katze aus dem Sack“ (Nyary): „Wir brauchen Mehrheiten für die Umverteilung … Wir können uns keine Steuergeschenke für die Reichen leisten … Die wichtigste Entscheidung für die SPD sei nicht, welche Kandidaten zu Vorsitzenden gewählt würden, sondern „ob sie in der Großen Koalition bleiben und damit weiter ihre Glaubwürdigkeit verlieren will“.

 

Rotes Wessi-Wischiwaschi

 

Der mit der Gnade der frühen Geburt geschlagenen Chronist weiß bei diesen roten Rotznäschen nie so recht, was er mehr bestaunen soll - Kader-Alzheimer oder  Kadaver-Gehorsam; in keinem Land der Erde hat genau dieser Sozialismus einen Staat dermaßen bis zur Armut „umverteilt“, wie die SED der DDR…  

 

Aber Scholz stampft mit dem falschen Füßchen Richtung Talkmasterin  auf: „Sie werten ja schon aus, wie ich positioniert bin, bevor ich überhaupt den Mund aufgemacht habe!“ Leider ist dann sein arithmetisches Soli-Solo Quatsch mit Soße und sieben Unbekannten. FDP-Lindi quittiert: „Wir sind auf dem Weg in eine Rezession … Da halte ich es nicht für töricht, wenn wir das Handwerk und den Mittelstand entlasten…“ 

 

Natürlich keift die SED-LINKE mit den kurzen roten Haaren und den noch kürzeren roten Fingernägeln sofort sozialistisch dazwischen: „Steuergeschenke für die Superreichen! Und macht auf Wessi-Wischiwaschi: „Die schwarze Null ist der Sound der 90er Jahre! Das funktionierte vielleicht in der 90er-Jahre-Disco! … Wir müssen den Investitionsstau auflösen … Wenn man den Klimaschutz ernst nimmt, muss man Unmengen Geld in die Hand nehmen … Sonst versündigen wir uns an unseren Enkeln!“ … Die 17 Millionen Menschen, an denen sich Kippings SED-LINKE 40 Jahre versündigt hat, waren natürlich nur die sozialistische Späne, die beim Hobeln fallen … 

 

Politik für’s Poesialbum 

 

Lindner an Scholz: „Linker als die Linken, grüner als die Grünen – da braucht man die SPD nicht!“ Will zu Scholz: „Was gilt Ihr Wort noch?“ Scholz: „Mein Wort gilt viel!“

 

Da sprach alte Häuptling der Indianer: Wild ist der Westen, leer ist der Beruf …