Seit an Seit

Buntes Deutschland?  Jedenfalls bunte Truppe! Die Muttis  vorneweg... (Foto: ARD)

 

 

 

 

 

 

Die Macht und die Erbärmlichkeit 

Von PETER BARTELS

 

 Es war in den Tagen des Lächelns – die Mauer war weg! Die Schranzen der ehemaligen Machthaber Ost saßen mit gewendeten Hälsen im wuchtigen Clubsofa des Klassenfeindes West. Besuch bei BILD, Hamburg. Bräsig, listig und beflissen, ein „Konsistorialpräsident“ namens Stolpe. Neben ihm ein dünnes, verklemmtes FDJ-Mädchen namens Merkel. Verwaschener Pulli-Fummel … 

 

Heute, 29 Jahre später, Berlin, Bendler-Platz. „Gröfaz“ Hitler hatte hier den „Attentäter“ Stauffenberg standrechtlich erschießen lassen… Heute, 75 Jahre später, stand „Grökaz“ am Rednerpult. Ein paar Hundert Rekruten aus Heer, Luftwaffe und Marine im Karree: „Liebe Soldatinnen und  Soldaten!“ … Das „Mädchen“ aus dem  Land des Lächelns. Rosa Jäckchen. Eine gefühlte Tonne dicker. Wessi-Speck. Und alle warteten auf den nächsten Zitter-Anfall. Denn Grökaz ist ja die „mächtigsten Frau der Welt“. Und neuerdings zittert sie immer so schrecklich bei der Hymne. Hitler hatte es nur vor den Reihen des Volkssturms getan, seiner Kinder- und Rentner-Soldaten …

 

Zuckerberg zittert schon

 

Aber Grökaz  zitterte diesmal nicht. Die „Größte Kanzlerin“ aller Zeiten „stand tapfer ihren Mann“, blinzelte nach links, nach rechts, geradeaus in die Sonne, las ihre kurze Rede ab. Wie vor der Moslem- Mutti auch die Saar-Mutti  : Die Bürger*innen  in Uniform sollen die Freiheit der Bundesrepublik Deutschland verteidigen, „drinnen und draußen … Und im Cybernet“ 

 

Da also auch! Womit?  Schielgewehr? … ADAC-Schubschrauber? … E-Esel? Mit dem angeblich im Kyffhäuser rostenden Schwert von Barbarossa? Mark Zuckerberg soll nach den Reden der beiden Damen die Anzahl der Stasi-Blockwarte auf Facebook zitternd  verdoppelt haben. Jetzt nicht mehr nur am Wochenende, ab sofort die ganze Woche über:  "Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant...",  raunt es schon wieder rauf und runter. SPD-Antifa-Pate Stegner soll sogar schon weitere Truppen vom schwarz, rot, grünen Block ausheben …     

 

„Recht“ oder „Ruinen“ … 

 

Jedenfalls klang die Hymne vor dem Dendler Block dann ein bißchen nach „Deutsche Demokratische Republik“; keine Sau hätte sich wahrscheinlich gewundert, wenn das Stabsmusikchor der Bundeswehr die Becher-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“, statt Fallersleben „Einigkeit und Recht und Freiheit“ geblasen hätte ...

 

 Die Kanzlerin, wieder auf ihrem rettenden Sitzplatz der Ehrentribüne angekommen, sang unhör- aber sichtbar mit. Neben ihr die alte  Saar-OB*in, jetzt neue Verteidigungsministerin, auch. Wie natürlich die neuen Soldaten*Innen … die neuen, dunkeldeutschen Sterne von Afrika.  Ein  Wurzeldeutscher  aus Arabien   bewegte allerdings nur die Lippen. Sichtbar holprig, aber immerhin …   Fanfare und Choral  „Nun danket alle Gott“, von Martin Rinckart. Kommando „ Stillgestanden“ …  „Gewehr über“ … „Augen geradeaus“ …  Sechs Soldat*innen ( Bundeswehr-Quote: 4 Frauen, 2 Männer) aus Luftwaffe, Heer, Marine im Gleichschritt hinter der Truppen-Fahne her. Unter dem Sonnendach der Ehrentribüne:  SPD-Oppimann, CDU-Bouffier und der unvermeidliche Jens Spahn …

 

Warmes Berlin …

 

Da es auch ansonsten warm war in Berlin, wie seit Wowereit eigentlich immer, schnappatmete Claudius Crönert vom Schranzen-TV  PHOENIX ehrfürchtig, dass es eine „besondere Leistung für die Frauen war, die ganze Zeit zu stehen“ … Jawoll aber auch!! Darum hat AKK‘s  Vorgängerin  Flinten-Uschis künftige Kriege mit der Gewerkschaft ver.di ja auch von Freitag 17h bis Montag 7 h zu Hahn- und Baby in Ruh vor der UNO hinterlegt.

 

Schluß:  Truppenfahne … Tschingdarassabum …  Beethoven, „An die Freude“ … Wieder Tschingdarrassa … Ausmarsch der Truppenfahne … Abmarsch der neuen Soldaten vom polierten Platz … Empfang im Bendler Block. Champagner und Canapés für die Granden, Fritten und Faßbrause für  Zopf oder Fasson. Die Macht und die Erbärmlichkeit …