Fridays for Fun

Greta, Jungfrau von Bullerbü und Rattenfängerin der Jungen Hammel (Foto: Netz)

 

 

 

 

 

 

 

Kreuzzug vor den Ferien

 

Von HANS-HERMANN TIEDJE*

 

Gab es den historischen Kinderkreuzzug von 1212 wirklich? Die einen Forscher sagen so, die anderen so. Falls er stattgefunden haben sollte, war er eine gewaltige Bewegung „unter der Leitung visionärer Knaben“ (Wikipedia) Richtung Heiliges Land: Jerusalem war muslimisch besetzt. Das Ende: Tausende tote junge Menschen, erschlagen oder im Mittelmeer ertrunken.

 

Die Assoziation Kinderkreuzzug und „Fridays for Future“ liegt nahe. Warum? Immer wieder haben Menschen das Phänomen Jugendbewegung thematisiert. Von der Sage des Rattenfängers von Hameln über die Hitlerjugend („Unsere Fahne flattert uns voran“) bis zur DDR-FDJ („Bau auf, bau auf“) endeten all diese Wellen im Desaster. Soldaten, die der Hitlerjugend entstammten, starben vor Stalingrad für ihre neue Welt, an die sie glaubten.

 

Der Glaube und die Tat. Mit 13 Jahren hatte eine gewisse Jeanne d’Arc erste Visionen. Diesen Zukunftsträumen entnahm sie ihre Aufgabe: Frankreich befreien, den rechtmäßigen Thronerben ein- setzen. Sie wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt, als sie 19 war.

 

Greta Thunberg, die als Ikone der heutigen Jugendbewegung Millionen

auf die Straße bringt, ist 16 Jahre alt. Im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches beschränkt geschäftsfähig. Sie leidet unter Essstörungen und dem Asperger-Syndrom, laut Lexikon einer Variante des Autismus, die „tief greifende Entwicklungsstörungen“ beinhaltet.

 

 Goethe:„Wenn die Jugend ein Fehler ist, so legt man ihn sehr bald ab.“ (Aphorismen) Das lässt hoffen. Auch diese Jugendbewegung wird scheitern, aber erst nach den Sommerferien.

 

 

*HANS-HERMANN TIEDJE war Chefredakteur von „Bild“ und Berater von Kanzler Helmut Kohl, ist Aufsichtsratschef der Kommunikationsagentur WMP EuroCom AG in Berlin. Dieser Kommentar erschien zuerst  bei „€uro am Sonntag“