Wiedervorlage

Sie lacht, Deutschland kracht aber am Elbstrand steht schon die Wacht... (Foto: TIME)

 

 

 

 

 

Grabplatte

über Deutschland

 

Von PETER BARTELS

 

Es gab Zeiten, da haben Rambo & Django für eine Handvoll Freiheit gemeinsam in die Tasten gehauen. Es fing am Loch zur Freiheit an, das die Ungarn in den Eisernen Vorhang schnitten. Und es hörte bei der Raubameise Leo Kirch nicht auf, als der Medien-Tycoon auf Pump sich den Springerverlag einverleiben wollte. Heute schreibt “Rambo” Tiedje* für die Neue Zürcher Zeitung, das letzte Guckloch nach „drüben“. Es geht wieder um die Freiheit …

 

Diesen Leitartikel schrieb “Rambo” letzten Sommer in der NZZ. “Django” bringt ihn als Wiedervorlage. Weil der junge FREUND Terence aus München ihn schickte ... Weil er in den Netzwerken immer noch von der Wacht an der Elbe bis zu Barbarossa im Kyffhäuser  weiter gereicht wird ... Weil er eben Merkel auf den Punkt bringt, wie Wilhelm Tell den Apfel nicht besser treffen konnte. Hermanns Überschrift: “Merkel und ihr Schattenmann”. Er bedauerte letzten Sommer, dass der Österreicher Kurz nicht Kanzler von Deutschland werden könne (wer nicht! Damals …). Und da unsereiner schon seinerzeit die besseren “Zeilen” machte, auch hier eine andere als in der NZZ: „Grabplatte über Deutschland“. Tiedje selbst hat sie in seinem Text leider etwas verbuddelt … Hier die wichtigsten Zitate aus seiner Grabrede. Sie sind heute so aktuell wie gestern, sogar noch aktueller. Unsereiner hat hier und da Kursiv etwas aktualisiert, präzisiert…

 

 

“Deutschland im Sommer 2018 (2019). Ein Land im ständigen Kulturkampf, jeden Tag, trotz Sonne und Hochdruck: Bürgerversicherung … Mietpreisbremse … (heuer noch “Enteignung und Klima) … Sie haben den Schuss nicht gehört!! Das Superthema, jetzt im vierten Jahr, ist (und bleibt ) die Migrationskrise. Sie hat das Land von Grund auf verändert … Aber “im Mittelbau der Medien hat sich eine Art Sprachaufsicht etabliert, die bittere Realitäten schönfärbt oder weichspült. In Kreisen wie diesen plagt man sich allen Ernstes mit der Frage, welche Meinungsäusserungen (noch) geziemend sind – statt Meinungsfreiheit einfach zu praktizieren. Entweder man übt sie aus, oder es gibt sie nicht.”

 

Merkels Etikett: Zuwanderung

 

“Jeder deutsche Nachkriegskanzler hatte sein Etikett. Adenauer die Westbindung, Erhard die soziale Marktwirtschaft, Kiesinger die erste grosse Koalition, Brandt die Ostverträge, Schmidt die Nato-Nachrüstung, Kohl Europa, die deutsche Einheit, Schröder die Agenda 2010. Merkels Etikett heisst Zuwanderung, Kontrollverlust …”

 

„Aber Merkels Macht schrumpft. Dem US-Präsidenten ist sie (längst ) lästig … Frankreichs Macron macht Europa … Mächtigste Frau der Welt? Nur noch First Conférencieuse. Eine Grabplatte, die sich auf Deutschland gelegt hat … Eigentlich hätte sie Seehofer feuern müssen, aber damit hätte sie sich selbst abgeschafft: Es wird regiert um jeden Preis. 

 

Und nachdem sie zur Schleuserin von Millionen Analphabeten geworden war,  Araber und Afrikaner mit Hilfe von First  BILD- und Deutschland-Totengräber Kai Diekmann zu “Facharbeitern” und Renten-Sicherern gelogen hatte, log Merkel schamlos weiter: «Wir schaffen das.» Tiedje: „Dieses berühmte Zitat erklärt sie heute so: «Der Satz war doch banal.» Nein, banal war er nicht. Er war schlicht falsch. Augenwischerei auf Kosten des gutgläubigen Bürgers und Steuerzahlers.” …

 

„Aber so funktioniert das System Merkel: Die Leute mit Banalitäten bei Laune halten, Probleme kleinreden, unter den Teppich kehren. Dabei hat die Wirklichkeit sich von der Kanzlerin längst abgekoppelt. Ihre Helferszene in den Medien lässt sich ständig neue unverdächtige Formulierungen einfallen, die aus dem X ein U machen. Für Problempersonen zum Beispiel als neuen Ausdruck: «Mit deutschem Pass».

 

Merkels Messerstecherland

 

„Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ist ein Zugezogener … Zehntausende Migranten sind nur im Land, um massenhaft Kindergeld für die Daheimgebliebenen abzugreifen, und wer diesen Zustand präzise so benennt, wird in den einschlägigen Organen ganz schnell zum Hassprediger oder, optional, auch gleich zum Nazi erklärt. Merkel-Land ist wahlweise «Messerstecherland» oder «Naziland». Merkel: Wir sind ein gespaltenes Land …

 

Tiedje: „Wieder falsch. Wir haben eine Mehrheitsgesellschaft und eine starke Minderheit. Letztere – etwa ein Drittel – wähnt sich als moralische Mehrheit, deklariert Migranten durchweg als «Flüchtlinge». Tatsächlich schlägt sich ein Teil der Bevölkerung, vor allem in Grossstädten, täglich mit eingewanderten Problemen herum, und ein Minderteil, insbesondere die deutsche Kaffeehaus-Intelligenzia, redet sie schön.” 

 

Tiedje zitiert höhnisch Merkel: «Wir waren alle naiv.» Dann: „So vergesellschaftet man die eigenen Fehler. Naiv waren SIE, die Frau an der Regierungsspitze, und IHRE Entourage (Wiederkäuer Kauder, Minister de Misere, Schäufele Schäuble, eine Pfeife aus Winsen/Luhe, und…und…und…) Und der Koalitionspartner SPD (EU-Spesenritter Martin, Wähler-Vertreiber Stegner, Seine Hässlichkeit Oberst i.R.Kahrs und … und … und). Tiedje: „Das Kanzleramt ist nicht zum Lernen da, sondern zum gut Regieren.“

 

 Merkel: Wegschauen, weghören…

 

„Deutschland 2018 (2019), Land zwischen Diesel, Tafel (heuer Klima) und Merkel.  Beispiele heruntergekommener Städte: Cottbus (AfD bei 29 Prozent), Pirmasens  (Zuwanderer-Stop), Duisburg-Marxloh: Stätten öffentlicher Verwahrlosung. Merkel? wegschauen, weghören, relativieren, ignorieren. So regiert die Frau in Berlin vor sich hin. Der Überdruss angesichts leeren Geredes … importierter Gewalt … Missachtung deutscher Gesetze … Dabei könnten die Deutschen das glücklichste Volk der Welt sein: Vollbeschäftigung, steigende Löhne, Renten, Fachkräftemangel, sagenhafte Exportüberschüsse. Stattdessen Angst, Hader, Frust ... 

 

Mitten in der Hochkonjunktur leistet sich die Bundesrepublik sinnfreie Diskussionen, wie  „bedingungsloses Grundeinkommen“ – ein weiterer Lockruf an die arme Welt da draussen ... Schöne Bilder, leere Worte, Geld verteilen … Deutschlands Zukunft: Eine lädierte, gezeichnete Kanzlerin. Aber  es wird regiert um jeden Preis. Eine Idee? Es gibt keine. Es gab nie eine. Das Problem: Für diverse Projekte hätte man die Stimmen der AfD gebraucht – was Merkel keinesfalls will. 

 

Die AfD, Alternative für Deutschland, Antwort auf Merkels «alternativlos», ist das grösste Problem der Kanzlerin und gleichzeitig ihre grösste Stütze. Solange diese Partei sich selbst in der Rolle des rechten Parias gefällt, kann Merkel Mehrheiten organisieren (und sei es nur, um die AfD auszubremsen). Also erst einmal Weiterwursteln mit der SPD.

 

Grökaz zittert wie Gröfaz …

 

Die SPD begreift nicht, dass ihre Ideen von gestern den Wähler von heute nicht mehr interessieren. Das ständige Fordern von „Gerechtigkeit“ und gleichzeitig  Entkriminalisierung von Ladendieben, Schwarzfahrern und Drogenkonsumenten kommen beim traditionellen, gesetzestreuen Malocher nicht an, der einst das Rückgrat der Partei bildete. Und Merkel? Sie hat nichts mehr zu gewinnen, nur noch was zu verlieren …“ Vielleicht nippt sie ja deshalb schon am Mittag Weiß-, kippt sie am Abend Rotwein. Bei Omma hieß das Gesöff  „Klosterfrau“, bei Juncker „Ischias“. Zittern wie Gröfaz in seinen letzten Tagen kann GröKaz auch schon. Wir haben es neulich alle gesehen. Da helfen auch die drei Schluck Wasser nicht mehr...

 

 PS: Merkel selbst soll "ihr" Getränk „Kleiner Juncker“ nennen, so der Flurfunk im Reichstag. „Hick und Bäuerchen“ nochmal …

 

 

*Hans-Hermann Tiedje war mit Peter Bartels (Rambo & Django) Chefredakteur BILD-Chefredakteur. Danach pers.Wahlkampfberater von Helmut Kohl. Heute ist er Aufsichtsratschef der Kommunikationsagentur WMP EuroCom AG in Berlin, mit einer Richterin verheiratet.