Maische um Mitternacht

Maische greinte, Merz griente, dass Publikum lachte ... (Foto: WDR)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Merz kam, sabbelte und siegte …

 

Von PETER BARTELS

 

Sagen wir’s mal gleich mit Nyary: „Endspurt vor der Sommerpause! Sandra Maischberger: Themen-Cocktail aus dem politischen Gemüsegarten. Doch ihr Publikum wartet nur auf eins: Braucht die Union einen neuen Kanzlerkandidaten?“ … 

 

Er war tatsächlich da: Friedrich Merz (63) Ex-Fraktionschef von CDU/CSU. Er kam, sabbelte und siegte. Nyary da capo:  „Warteschleife über dem Kanzleramt“… Natürlich wollte die trotz dicker Schminke unverkennbar gilbende ARD-Gouvernante den jungenhaften Lulatsch Merz gleich mal flach legen: „Die SPD steigt im September aus, dann fängt die CDU an zu überlegen: Wer ist denn unser Spitzenkandidat?“ Der Lümmel mit der Bürste lächelte: „Alle personellen Entscheidungen sind doch zunächst längst getroffen ...“

 

Die gezielt taubeTalk-Topfblume überhört natürlich gehorsamst „zunächst“, nervt stattdessen – wichtig-wichtig – weiter: „Und was, wenn Frau Kramp-Karrenbauer anruft und sagt: ‚Friedrich, willst du es machen?“ Merz grinsend: „Dann denke ich darüber nach“. Und die ARD-Claqueure lachen mit ... Jetzt wird die Gouvernante mucksch, macht grantig klar, wer in Deutschland das Sagen hat – das 4.Geschlecht, die Journaille: „Ich glaube doch, dass die Wähler der CDU wissen wollen, wer mit welchen Themen in die Zukunft geht! Deswegen ist das nicht eine Pillepalle-Diskussion!“

 

ARD-Häkeltante und Robääärt …

 

Was auch kein Merz gesagt hatte, ehrwürdige Marter Maische. Coming Pillepalle-Chancellor Merz jedenfalls wußte sofort Bescheid, zitterte aber nicht ums Verrecken, konterte cool: „Die Themen liegen auf der Straße … Über die muss die CDU nachdenken … Da gibt es Nachholbedarf!“ Jetzt will die ARD-Häkeltante Merz aber richtig piesacken: „Wenn man die Wähler fragt, liegt Herr Habeck ganz weit vorne als ‚Kanzler‘. Kramp-Karrenbauer sieht nicht so gut aus, Herr Laschet halb gut … am besten punkten noch Sie dabei!“ Nyary: „Auch dafür gab’s Applaus.

Aber wieder läßt CDU-Lulatsch Merz die Topfblume im Trockenen stehen: „Wenn es so weit ist, fange ich an, darüber nachzudenken!“ Dann geht er in medias res: „Wir haben bei der Europawahl 1,1 Millionen Stimmen an die Grünen verloren, überwiegend im Westen. Und 230 000 Stimmen an die AfD, überwiegend im Osten – hier liegt das ganze Dilemma der CDU!“

 

 Volksparteien? Merz: „Die SPD ist mit 13 Prozent keine mehr.“ Maische mäkelt:

„Jetzt mal ohne Flüchtlingskrise - die letzten Wahlergebnisse von Frau Merkel waren bei 41 Prozent“. Merz korrigiert: „Bei 32,5 Prozent, bei Bundestagswahl!“ … Journalisten haben immer recht, Maischberger beharrt auf ihrer Maische: „41 Prozent, nuschelt aber schnell hinterher: 2013 … vor der Flüchtlingskrise ...“ So lügelt die deutsche Journaille nun mal …

 

Einen „Juncker“ für Mutti …

 

Grökaz wird vor Schreck einen gekippt haben, ihre Hofschranzen drei, als Merz trocken bestätigte:  „Und seitdem verliert die CDU massiv an die AfD.“  Und „scharf“ nachschiebt: „Diese AfD gäbe es schon vom Namen her gar nicht, wenn nicht das Wort ‚alternativlos‘ in die deutsche Politik eingeführt worden wäre … Der Gründungsname dieser Partei ist eine unmittelbare Reaktion auf dieses Wort!“ Nyary auf Zehenspitzen: „Das Publikum war mucksmäuschenstill: Jeder wußte, dass „alternativlos“ wie kaum ein anderes Wort für die Kanzlerschaft Merkels steht.“

 

Und für die unterwürfige Verlogenheit der deutschen Journaille, vor allem auch von „unserer“ BILD, lieber Jupp; die letzten Leser leiden und laufen ja immer noch ... 

Nyary zitiert wieder tapfer den cleveren Merz, läßt ihn wieder irgendwie Merkel rügen: In der Demokratie gibt’s für jeden und für alles eine Alternative … meistens bessere, manchmal schlechtere, aber es gibt immer Alternativen!!  Dafür gibt es langen Beifall.“

 

Dann heuchelt Merz unser aller Caesar vor dem Rubikon: „Die CDU muß sich fragen: Warum eigentlich die AfD im Osten so stark, warum die Volksparteien dort so schwach geworden sind.“ Und „weiß“ natürlich auch wie der später Lorbeerbekränzte vor dem längst geflüchteten Rom: „Dass man das Thema Heimat, Nation, Volkszugehörigkeit irgendwo doch als ein Thema akzeptiert, das zu unserem Land dazugehört ... Dass man dieses Zugehörigkeitsgefühl, das Nationalgefühl in Deutschland ernst nimmt!“

 

Und wie hält er es mit der AfD?

 

Dann bibbert Nyary die Maische von Maischberger artig zur „Gretchenfrage des Abends“ hoch: „Würden Sie eine Koalition mit der AfD ausschließen?“ Zum ersten Mal an diesem Abend haut Merz in die Wolken: „Solange eine Partei wie die AfD unappetitlichen Rechtsradikalen folgt ,  kommt sie als Koalitionspartner aus meiner Sicht nicht infrage!“ Semantiker aller Länder vereinigt Euch: Aus „seiner Sicht“… Also Kretsche und Konsorten können (dürfen, müssen?) das anders sehen mit der AfD …,

 

Um gleich wieder der Zitter-Zausel*in in die Watschel-Latschen zu „grätschen“ (Jupp): „Ohne die eilige Reaktion auf Fukushima „hätten wir einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie und mehr Zeit, auch die Klimaziele zu erreichen!“ … Jau, Mann! Wie der Rest der Welt mit Atom und Kohle immer noch und immer wieder locker jedes Jahr …

 

Klima? Kachelmann fragen …

 

Schlussendlich durfte auch noch eine schiache GRÜNE Biobäuerin von Pellworm wegen „fast“ abgesoffener Kühe um Klima-Kohle betteln ... Und ein glatzköpfiger DDR-Wetterfrosch in weissen Sneakern prahlen, als wüßte er mehr vom Klima als vom Wetter. Jedenfalls bürstete er an CO2 zweifelnde Zuschauer mit dem „Glauben“ von Klimarat-Vereinsmeiern ab. Die „gläubige“ rotgrüne ARD zahlt schließlich sein Honorar…Vielleicht hätte der Klima-Kleriker vorher beim Meteorologen Jörg Kachelmann nachfragen sollen. 

 

Der meldete gerade auf kachelmannwetter.com: „Gestern gab es an der Antarktis-Höhenstation Dome A mit Minus 82:7 Grad einen Kälterekord seit Beginn der Messungen …