Görlitz-Wahl

Görlitz: 56.196 Einwohner, Polen nebenan. Ein Polizist (AfD) bekam die meisten OB-Stimmen...

 

 

 

 

 

 

 

AfD goes Görliwood

 

Von Gaby Röhr

 

Appell aus Hollywood soll AfD-Bürgermeister in Görlitz verhindern“ (Focus online)  - „Hollywood-Stars bitten Görlitzer vor Bürgermeisterwahl: Wählt nicht AfD!“  (Kieler Nachrichten) – „Filmschaffende mahnen Görlitz, richtig zu wählen“ (Spiegel online) „Hollywood greift in Görlitz-Wahl ein“ (BILD) … Und und und…

 

Deutschlands  Haltungs- und Meinungsmedien tröten mal wieder alle ins selbe Horn und überschlagen sich förmlich vor Begeisterung: Hollywood (!!)  ist gegen die AfD! Wow! Internationale Schauspieler, Oscar-Preisträger und Filmemacher (sic)  haben einen offenen Brief an “Görlitz” geschrieben. Görlitz, das kurz davor steht, sich als erste Stadt Deutschlands einen AfD- Bürgermeister zu gönnen. Aufschrei von links: Das geht ja gar nicht !! 

 

Bei den Bürgermeisterwahlen am 26. Mai hatte der Görlitzer AfD-Kandidat und Polizist Sebastian Wippel (37) im ersten Wahlgang  mit 36,4 Prozent gewonnen. Der aus Rumänien stammende CDU-Mann und Musiker Octavian Ursu (51) erhielt  30,3 Prozent der Stimmen, die GRÜNE Franziska Schubert (37) lag mit 27,9 Prozent auf Platz 3. Nun soll eine Stichwahl am 16. Juni entscheiden, wer das Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters macht. Es treten nur noch Wippel und Ursu an. Die GRÜNE Franziska Schubert und die LINKE Jana Lübeck (5,5 Prozent) “verzichteten” bereits auf ihre weitere Kandidatur, unterstützen jetzt den Kandidaten der CDU – obwohl sie dafür „über ihren Schatten springen“ mussten. 

 

Hollywood, help !!

 

Hilfe für den CDU-Musikus kommt aus „Hollywood“. Ein offener Brief an die Stadt Görlitz, dessen voller Wortlaut am 10. Juni über das Netzwerk "Zukunft Sachsen" veröffentlicht werden soll. Der Brief erwähnt die AfD nicht namentlich. Doch Sascha Kodytek  vom Netzwerk „Zukunft Sachsen“ erklärt eindeutig, „Es ist keine vordergründige Wahlempfehlung, auch wenn die Ablehnung der AfD natürlich klar ist.“ 

 

„Bitte wählt weise … Gebt euch nicht Hass und Feindseligkeit, Zwietracht und Ausgrenzung hin."… „Verratet nicht eure Überzeugungen“ … „Der Stoff, aus dem Frieden ist, heißt Toleranz. Freiheit ist das Ergebnis“

 

Auf der Liste der 14 „Erstunterzeichner“ dieses linksgrünen, sinnbefreiten BlaBlas stehen Schauspieler Tom Wlaschiha (45), “bekannt” (?) aus „Game of Thrones, Burkhart Klaußner (69), “bekannt” (?) aus „Das weiße Band“, Regisseur Stephen Daldry (59), „bekannt“ (?) aus „Der Vorleser“, Jana Pallaske, „bekannt“ (?)  aus "Inglourious Basterds" und Volker Bruch, „bekannt“ (?) ("Babylon Berlin") sowie die Autoren Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt") und Bernhard Schlink ("Der Vorleser") und - traraaa – die 54-jährige Désirée Nosbusch (die gibt´s noch?!).   

 

Wehe, wer AfD wählt …

 

„Hollywood“ Größen? Okay, der britische Theater- und Filmregisseur Stephen Daldry ist bekannt, erhielt für seinen Film „Der Vorleser“  ein paar Preise, vor allem „Nominierungen“.  Dieser Film wurde übrigens überwiegend in Deutschland gedreht – auch in Görlitz. Ansonsten? Deutsche TV-Darsteller, Buchautoren….  Hollywood Stars, Glanz und Glamour? Nothing. Niente. Nada. Zero. Null!

 

Initiator des offenen Traktätchens ist Michael Simon de Normier (45). Er war neben Harvey Weinstein Co-Produzent von „Der Vorleser“, zeichnete für ganze 19 Drehtage in Deutschland verantwortlich. Zehn Jahre her. Mehr war da nicht. Normier hält es natürlich für ein "missverständliches Signal in die Welt hinaus", würde AfD-Kandidat Sebastian Wippel zum Oberbürgermeister der Filmstadt Görlitz gewählt. Görlitz war schon zu DDR-DEFA-Zeiten Filmkulisse für zahlreiche Fernsehproduktionen. Der große Durchbruch als Filmstadt aber kam für „Görliwood“ aber erst  mit dem Mauerfall und mit Hollywood-Produktionen. 

 

Normier in der Leipziger Volkszeitung  "Görlitz ist in Hollywood ein Begriff" und "Wenn der Eindruck entsteht, dass eine Mehrheit in der Stadt fremdenfeindlich ist, wird das weltweit (Huch!) wahrgenommen und wird wohl auch Konsequenzen haben". „Alle (hört hört!!) Hollywood-Agenturen sind auf unserer Seite – es werden noch einige sehr prominente Unterstützer folgen“ schalmeit er großspurig. Und: „Als Gäste fanden wir (in Görlitz) Freunde und Freundschaft, großzügige Gastgeber und Gastfreundschaft wohin das Auge reicht“. 

 

Sex sells? Leider nicht immer …

 

Warum sollte sich das ändern?  Wieso sollten die Görlitzer Bürger plötzlich qua Wahlkabine weniger großzügig und gastfreundlich sein??  Schwachsinn! Aber der Herr Normier sieht „für die Zukunft große Bedrohungen“.  Weil sich die Görlitzer Bürger wohl über die Auswirkungen ihrer Wahl noch nicht ganz im Klaren seien, oder so. Kurz: Wenn ihr Görlitzer die AfD wählt, kommt Hollywood nicht mehr zu euch! Basta!

 

Michael Simon de Normier stellt seine Sorge um den Fortbestand von „Görliwood“ scheinbar ganz uneigennützig in den Vordergrund. Aber worum geht es ihm wirklich? Will er sich vielleicht nur mal wieder ins Gespräch zu bringen? Die Bäckerbrötchen werden schließlich auch immer teurer…… und der „Ruhm“ als Co-Produzent des über zehn Jahre alten Streifens „Der Vorleser“, mit dem man ihn fast ausschließlich in Verbindung bringt, ist längst verblasst.  

 

Und so springt er über jedes Stöckchen, das ihm jemand hinhält. Als Initiator und Flüchtlingshelfer der Aktion „Welcome Challenge“ (Willkommen Herausforderung) verteilte Normier im Berliner Stadtteil Moabit publikumswirksam Schoko-Pudding (!) an Flüchtlinge. Remember: Fehlt Schoko-Pudding in deutschen Flüchtlingsheimen, wird es brandgefährlich …

 

Auch auf den Zug der Sexismus-Debatte, ausgelöst durch den Skandal um den US-amerikanischen Filmproduzent Harvey Weinstein, sprang der Filmer auf. Er gab dem Radiosender rs2 ein ausführliches Interview über seine „sexistische“ Verfehlung. „ Opfer“ - die britische Schauspielerin Kate Winslet. „Als sie – noch im Bademantel – auftauchte, habe sie ihm einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange gedrückt. Da habe er „angeschwipst“ genau das gemacht, „was, glaube ich, jeder Mann macht, wenn er eine halbnackte Frau im Arm hält, gleich den Po richtig zugegriffen.“  

 

Nicht mal Sharon Stone…

 

Gram erfüllt, völlig beschämt und zerknirscht  entschuldigte er sich für seine Tat zehn Jahre später (!) per Brief bei der Oskarpreisträgerin. Viel Lärm um nichts, denn Winslet hatte den Po-Grapscher schlicht und einfach ignoriert…… aber Normier war mal wieder in den Schlagzeilen. Filme produzieren ist schließlich ein teures und mühseliges Geschäft. Zumal, wenn die Sponsor-Millionen nicht wie gehofft  fließen. Vor einem Jahr tönte er lauthals, dass er einen Film über die jüdische Schriftstellerin Hilde Domin mit Sharon Stone, einer der legendären Hollywoodstars, drehen werde. Stone habe begeistert auf das Drehbuch reagiert und vorläufig zugesagt, posaunte er im Kölner EXPRESS  herum. 5 bis 7 Millionen Euro würde er für das Projekt benötigen. 

 

Der verzweifelte Werbefeldzug des Filmemachers scheint trotz Unterstützung der willfährigen Medien nichts gefruchtet zu haben, der Klingelbeutel blieb offenbar leer. Man liest und hört jedenfalls nichts mehr davon. Die großartige Sharon Stone aber filmt weiterhin, oft und viel, jedoch nicht mit Michael Simon de Normier.  Der muss sich nun via AfD und  Görlitz wieder in die Schlagzeilen bringen….

 

Man darf gespannt sein, wie die Görlitzer auf seinen lächerlichen Manipulations- und Bevormundungsversuch am 16.6. in den Wahlkabinen reagieren. Unsere SED-erfahrenen Ossis haben schließlich fein justierte Antennen für derartige Aktionen ….

 

Andrea F. Behr, Geschäftsführerin der für Wirtschaftsentwicklung, Stadtmarketing und Tourismus zuständigen Europastadt Görlitz Zgorzelec GmbH stellt jedenfalls klar fest, dass sich Investoren kaum für die mögliche Amtsübernahme durch einen AfD-Politiker interessieren. Motto  „Wir wollen Business machen“.   

 

Na siehste, geht doch, Görlitz!!

 

 

 

Sebastian Wippel holte als AfD-OB-Kandidat die meisten Stimmen. im 1. Wahlgang...

 

 

Michael Simon de Normier hat zwar nichts mit Hollywood, Görlitz zu tun, sorgt sich aber...

 

 

Kate Winslet und "Der Vorleser", der einzige nennenswerte Film von "Hollywood-Regisseur" Normier