Rücktritt einer Pfeife!

Reinhard Grindel, der DFB-Präsident ist zurückgetreten (Foto N-TV)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tick-Tack! Der Trump des deutschen Fußballs ist weg 

 

Von PETER BARTELS

 

Uri, Uri! Er hat ein Geschenk angenommen. Ein teures Geschenk. Eine Armbanduhr aus der Ukraine. 6000 Euro. Und jetzt ist er weg. Reinhard Grindel (57), der Präsident des Deutschen Fußballbundes ist zurückgetreten …

 

Er wurde zurückgetreten. Prompt prahlen die Jäger der verlogenen Moral in BILD:

Erst am Freitag hatte der „Spiegel“ berichtet, dass Grindel als Aufsichtsrats-Chef einer DFB-Tochterfirma 78 000 Euro zusätzlich kassiert haben soll. 

Am Montagabend berichtete BILD, dass Grindel vor etwa anderthalb Jahren zum Geburtstag eine Luxus-Uhr geschenkt bekommen hat. Von einem dubiosen ukrainischen Oligarchen.

 

Weiter unten verbuddelt BILD: Dass ein Harald Stenger (68), ehemaliger DFB-Pressesprecher, Grindel in einer TV-Runde den „Trump des deutschen Fußballs“ genannt hatte: Wenn er drei Aussagen zu einem Thema in einer Woche macht, sind vier Meinungen dazu auf dem Markt.“ Dafür platzierte BILD die Grindel-Schlagzeile auf  Online zwischen der „Becker-Finca: „Bauchi will es 45 Stunden krachen lassen“ und: „Der Messer-Mörder hatte schon 18 Mal Ausgang!“ In so ein Umfeld gehört Ganove Grindel jetzt nun mal hin.

 

Natürlich ist der CDU-Heini und Anwalt ein rechte Pfeife. Von Fußball so viel Ahnung wie Merkel: „Wenn der Ball drinne ist, ist es ein Tor!“ Juhuuu! Aber sowohl BILD, die Spiegelbarone und ein Doof-TV-Sender namens n-tv raunen plötzlich unisono, dass in Wahrheit dieser Präsident Schuld ist an der Europa-Pleite der laufenden  Geldschränke. Nicht Jogi Löw, der Trainer der „Mannschaft“. Es war auch nicht Jogi Löw, die Schwarzwälder Kirschtorte, der Özil, den liebsten „Deutschen“ von Türken-Präsident Erdowahn, rausekelte, sondern – genauuu- Grindel. Es war auch nicht das altmodische badenser  Beatles-Pony, das die drei müden Multi-Millionäre vom Platz holte, es war – genauuu – Grindel!

 

Ja, Grindel ist, war eine Pfeife

 

Alle raunten längst unter Ausschluss einer nennenswerten Öffentlichkeit: BILD gestern 5 Mio, heute weniger als 1. Die Spiegelbarone gestern über 1 Mio, heute um die 5,5 Mio. N-TV ? Wer ?? Trotzdem plärrt ein Stefan Giannakoulis Online: „Wie dumm muss man sein?“

 

Ist ja richtig, der Herr Grindel war und ist eine Pfeife. Er erfand die tolle neue „deutsche“ Fußballparole "Compliance". Alt-Deutsch: Beachtung. Noch Alt-Deutscher: „Einhaltung von Regeln, Vereinbarungen und Gesetze, "Transparenz" und "Ethik".  Grindels Standardvokabular. Nicht mehr „Deutschland vor, noch ein Tor! Nicht mal „Einigkeit und Recht und Freiheit“.  Lieber Exekutivkomitees von Fifa und Uefa … Vorsitzender der Governance-Kommission. Kampf gegen Korruption, für "Transparenz",  "Ethik". Ur-alt-Deutsch: Führung, Durchsichtigkeit, Charakter, Sitte. Alles zusammen: Seid nett zu Negern. 

 

Der nt-v-Däumling haute auf den Käse

 

Und so haute der n-tv- Däumling denn auch auf den Käse: Erst die Einkünfte über 78.000 Euro als Aufsichtsratschef der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft, die er „vergaß“, jetzt die goldene Clock: „Vielleicht ist es gar keine Dummheit, sondern einfach nur Gier, respektive mangelnde Transparenz.“

 

Grindel im TV: „Ich entschuldige mich dafür, dass ich durch mein wenig vorbildliches Handeln in Zusammenhang mit der Annahme einer Uhr Vorurteile gegenüber haupt- oder ehrenamtlich Tätigkeiten im Fußball bestätigt habe“ … Weiter: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht geldgierig bin. Ich wußte nicht, dass die Uhr 6000 Euro wert ist.“

 

Nicht mal Pförtner im Trump-Tower

 

Würde so einer Americas First wirklich mal über den Weg stolpern, er würde ihn nicht mal zum Pförtner im Trump-Tower machen … Grindel glaubte offenbar wirklich, der ukrainische Oligarch Grigori Surkis (69) hat ihm die TickTack erst aus dem Bubblegum-Automaten gezogen, dann geschenkt. Immerhin organisierte der Ex-Ukraine-Fußball-Boss die EM-2012 , saß bis Februar in der Uefa-Exekutive - neben Grindel. Da darf auch die Journaille schon mal bei Grindel gründeln … Der greint: „Ich bin tief erschüttert, dass ich wegen eines solchen Vorgangs meine Funktion als DFB-Präsident aufgeben muss.“ Ausserdem: „Ich bin davon ausgegangen, dass ich die Uhr als Privatgeschenk annehmen darf. Die Uhr wird so schnell wie möglich zurückgegeben.“  

 

Halali! Halali! Die Medien-Meute heult zufrieden. Der Depp liegt auf der Strecke. Wetten, dass Jogi seine Händchen wieder in Unschuld wäscht? … Die Goldenen Rentner Hummels, Müller und Boateng schon mal die Pumas oder Adidas wienern lassen? Özil jeden Abend in den kostbaren Gebetsteppich von Erdowahn brabbelt: Allahu Akbar!!