„€uro am Sonntag“

Erika Steinbach, Mattias Matussek:" Einmal im Leben 65..." (Foto: Privat)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Matussek und die Blockwarte

 

 

Von HANS-HERMANN TIEDJE*

 

Wenn ich eine private Feier, zum Beispiel zu meinem 70. Geburtstag, veranstalte, dann lade ich ein, wen ich will. Es gibt reichlich zu essen und zu trinken, hoffentlich verstehen sich alle und führen anregende Gespräche. Und das ist gut so.

 

Dazu folgende Richtigstellung: 

 

1.Nichts ist gut, wenn man eine private Feier veranstaltet und Matthias Matussek heißt. Der war früher links und „Spiegel“-Feuilleton-Chef, heute ist er rechts, weiterhin hoch gebildet und einer der besten Autoren im Land. Problem: Was er heute schreibt, passt der aktuellen öffentlichen Sprachpolizei nicht.

 

2. Nun feierte er 65. Geburtstag. Mit Hochkarätern wie Jan Fleischhauer und Alexander Smoltczyk vom „Spiegel“, Ulrich Greiner („Die Zeit“), Hubert Burdas Berater Stephan Sattler, Autoren wie Mathias Nolte und „Bild“-Superstar FJ Wagner. Auch anwesend: Erika Steinfach, Dieter Stein („Junge Freiheit“), Reinhold Beckmann u.v.a.

 

3. Alles lief gut, bis Böhmermann Wind davon bekam. Dieser ZDF-Kasper machte sich mal wieder wichtig und ließ beim „Spiegel“ nachfragen, ob man von dieser Zusammenkunft vorab gewusst habe. So, als müssten „Spiegel“-Redakteure sich abmelden. Besser noch, sie fragen gleich beim Böhmermann um Erlaubnis.

 

4. Das war der Moment, als Reinhold Beckmann, der gut gegessen und reichlich getrunken hatte und Matussek ein Ehrenständchen vorgesungen hatte,  nachträglich kalte Füße bekam und sich für seine Anwesenheit post festum entschuldigte. Das war feige oder schwach, in jedem Fall schade. Der Fall Matussek lehrt: Die Blockwarte sind wieder unter uns. Früher waren es Nazis oder Kommunisten, heute sind es Böhmermänner“

 

*Hans-Hermann Tiedje 

war Chefredakteur von BILD und Berater von Kanzler Helmut Kohl, ist Aufsichtsratschef der Kommunikationsagentur WMP EuroCom in Berlin. Er schreibt wöchentlich eine Kolumne in „Euro am Sonntag“. Wie diese hier, die ich ausnahmsweise geklaut habe. Weil ich sie zu gut finde …

 

Hans-Hermann wurde seinerzeit (1989) „RAMBO“, meine Wenigkeit „DJANGO“genannt. Mit gnädiger Hilfe von SPIEGEL-Chef Rudolf Augstein haben wir die Wiedervereinigung gepusht und gepowert. Gegen den erbitterten, höhnischen Widerstand der auch damals schon versammelten Linken Meute von „taz“ bis süddeutscher „Alpenprawda“. Dass aus der schwarzrotgoldenen Einheit  später die LINKS-ROT-GRÜNE Merkel-Front werden sollte, hat keiner geahnt. Leider …