AfD oder Gott?

 

 

 

 

 

 

Das Orakel von Coesfeld

 

Von Gabriele Röhr

 

Christliche Flüchtlingshelferin ? Gott bewahre! Alles war bereits besprochen und geplant. Ordensschwester Hatune Dogan sollte am 22. März in der kleinen Pfarrei Anna-Katharina  in Coesfeld einen Vortrag über Christenverfolgung halten. Doch dann befragte der um das Seelenheil besorgte Pfarrer Hamman das politisch korrekte Orakel: Wer steckt dahinter: Die AfD oder der liebe Gott? Und sagte die Veranstaltung kurzerhand ab. „Er hätte da was in Wikipedia gelesen…..".

 

Sakra! Das muss ja geradezu was vom Leibhaftigen gewesen sein. Wir schauen nach….

Die syrisch-orthodoxe Christin Hatune Dogan wurde in der Osttürkei geboren und musste im Alter von 14 Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland  fliehen, weil sie auf Grund ihres Glaubens von moslemischen Nachbarn bedroht und verfolgt wurde. Mit 18 Jahren trat sie in den Orden „St. Ephraim der Syrer"ein und engagiert sich seitdem in den Krisengebieten der Welt. Die von ihr ins Leben gerufene Schwester-Hatune-Stiftung Helfende Hände für die Armen verfolgt gemeinnützige, mildtätige und kirchlich-caritative Zwecke und ist eine anerkannte internationale Organisation mit tausenden von ehrenamtlichen Mitarbeitern für die Ärmsten der Armen.

 

  Die Organisation widmet sich zum Beispiel der Gründung und Betreibung von Ausbildungsstätten für Mädchen und Jungen in den sogenannten Entwicklungsländern. Ein besonderes Augenmerk gilt aber vor allem der Unterstützung und Hilfe von wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen. In Deutschland bemüht sich die Stiftung von Schwester Hatune neben anderen Projekten um Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge.

 

Bundesverdienstkreuz? Zum Teufel!

 

Schwester Hatune Dogan - eine moderne Mutter Teresa, deren Verdienst im Jahre 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2012 mit dem Stephanus-Preis für ihren weltweiten Einsatz für verfolgte Christen offiziell geehrt wurde. Wow…. der Besuch einen derart christlich wohltätigen Persönlichkeit muss den Pfarrer einer kleinen katholischen Provinzgemeinde doch über alle Maßen mit Stolz erfüllen! Aber das Priesterlein stolperte bei seinen politisch korrekten Recherchen über drei Buchstaben, die ihn in den „weiche-von-mir-Satan-Modus“ versetzten. AfD! Und ausserdem: Im Bundesverdienstkreuz steckt ein Kreuz. Das kann nur vom Teufel sein …

 

Mon dieu ! Schwester Hatune Dogan – nach eigenen Angaben politisch neutral – hatte doch tatsächlich an dem von der AfD organisierten Frauenmarsch teilgenommen, einer Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und gegen Gewalt durch Migranten an Frauen. Und sie äußerte laut Wiki in einem Vortrag anlässlich einer Veranstaltung bei der AfD kritische Worte über den Islam. Das muss natürlich zur Schnappatmung bei einem kleinen katholischen Pfarrer führen, wenn schon dessen hochdotierter Kirchenfunktionär Kardinal Marx in vorauseilender Beschwichtigung seiner muslimischen Gastgeber auf dem Jerusalemer Tempelberg das Amtskreuz ablegt und schamhaft versteckt. 

 

Der Pfarrer und die AfD

 

Pfarrer Hamman sagte jedenfalls flugs den Termin ab und äußerte gegenüber den örtlichen Medien, man werde keine Veranstaltung der AfD durchführen! Die Veranstaltung hat aber, wie auch ein Sprecher der AfD bestätigte, rein gar nichts mit der AfD zu tun. Einschub : und selbst wenn es so wäre…..es handelt sich bei der AfD immerhin um eine Partei, die von vielen Millionen Bürgern demokratisch gewählt wurde….ein echter Demokrat muss das hinnehmen! Hapert es da womöglich beim Priester ein wenig mit der Demokratie?!

 

Schwester Hatune Dogan war ursprünglich durch einen örtlich ansässigen katholischen Unternehmer eingeladen worden, um einerseits über ihre  wichtige Arbeit in den großen Flüchtlingslagern zu berichten und zum anderen von der tagtäglich stattfindenden Verfolgung gläubiger Christen in aller Welt. Der Weltverfolgungsindex 2019 verzeichnet offiziell (Dunkelziffer ??)  2782 Morde an Christen für das Jahr 2017 und im Jahr 2018 bereits 4136 – Tendenz demnach massiv steigend! Auch in 2019 finden sich bereits zahlreiche Berichte über Morde an Christen wegen ihres Glaubens. So wurden alleine in Nigeria 120 Christen seit Februar durch Muslime ermordet.

 

Morde? Nur an „Andersgläubigen"

 

Pfarrer Hamman aus Coesfeld interessiert es offensichtlich nicht, was mit seinen christlichen Mitbrüdern und -schwestern geschieht, und er befindet sich damit in bester Gesellschaft. Auch die üblichen Haltungsmedien, Politiker grünlinker Couleur und Kirchenvertreter hüllen sich in krachendes Schweigen. Laut werden sie erst, wenn es um Morde an „Andersgläubigen" geht wie nach den grauenvollen Anschlägen auf zwei neuseeländische Moscheen, bei denen 50 Tote zu beklagen waren. Da überschlagen sich Medien, Politik und christliche Kirchenvertreter förmlich mit Solidaritätsbezeugungen und scharfen Verurteilungen. Sicherlich muss man diese grauenhaften Attacken auf das Schärfste verurteilen, keine Frage!! 

 

Zurück bleibt aber der schale Geschmack und die Frage, warum gibt es öffentliche Solidarität und scharfe Verurteilung nur, wenn es sich um muslimische Opfer handelt? Sind Christen Opfer zweiter Klasse?! Warum….?